Donnerstag, 22. März 2012

PHOTOGRAPHY / interview mit robert g. bartholot‏

 
So schön der Minimalismus in Bezug auf Mode und Grafikdesign auch ist, wenn man visuell
Aufmerksamkeit erzeugen möchte, braucht man Farbe. Nichts ist langweiliger als Grau in Grau.
Das perfekte Beispiel hierfür ist Robert G. Bartholot‏. Die Bildwelten des in Berlin ansässigen
Fotografen sind wunderschön, leicht verstörend und ziehen den Blick des Betrachters unweigerlich
auf sich. Seine Bilder sind dominiert durch leuchtende Farben und surreale Gestalten und Sujets. 
Dennoch ist ein gewisser Minimalismus und eine klare Konzentration auf das Wesentliche zu erkennen.


Robert G. Bartholot hat in Aachen Design studiert, bevor es ihn nach Madrid verschlug, wo er für Alvaro Villarrubia gearbeitet hat. Heute findet man ihn in Berlin, wo er für Kunden wie das Surface Magazine, Diesel und das VORN Magazin imposante Modeskulpturen und surreale Fashion Still Lives erschafft.



Du hast für Alvaro Villarrubia gearbeitet. Inwiefern hat das deine heutige Arbeit beeinflusst?
Die Zeit in Madrid bei Alvaro hat meine Arbeit sehr stark beeinflusst. Mal abgesehen vom ganzen technischen Know-how hat mich am meisten seine Herangehensweise geprägt. Häufig wussten wir bei Shootings nicht was uns erwartet und wir mussten mit dem was wir vorfanden arbeiten. Alvaro ist ein Meister der spontanen Inszenierung und er lehrte mich, dass auf einem Foto alles gut aussehen kann Man muss es nur ins rechte licht rücken und sich von seiner eigenen Voreingenommenheit distanzieren.

Deine Bilder sind aus klaren Formen und farbigen Flächen komponiert.
Eine Herangehensweise die du aus deinem Designstudium in Aachen übernommen hast?
Diese Form-Farbe-Fläche-Komposition ist definitiv auf meine grafische Ausbildung zurückzuführen.
Bevor ich mich auf die Fotografie fokussiert habe, war ich ein absoluter Vektor-Freak.

Woher kommt dein beeindruckender Umgang mit Farbe?
Aus dem Bauch.

Vielen Deiner Motive wohnt etwas Ikonenhaftes inne.
Bist du sehr religiös oder bedienst du dich einfach gerne dieser Bildsprache?
Obwohl ich heute mit Religion nichts mehr anfangen kann, bin ich durch die Bildsprache sehr
geprägt worden, versuche aber sie durch die Bildinhalte aufzubrechen oder in Frage zu stellen.

Welche Gestaltungsansätze verfolgst du, wenn du deine Bildwelten konstruierst?
Es geht mir grundsätzlich darum, eine Skulptur zu erschaffen und diese dann in einem Bild festzuhalten.
Mich fasziniert die Möglichkeit, Dinge und Menschen auf einem Bild die Aura des Besonderen zu verleihen. In der Realität müssen diese Skulpturen gar nicht funktionieren.

Deine Bilder sind witzig, düster, mystisch. Was inspiriert dich?
Eigentlich alles und im besonderen Schaufenster, Menschen die man im allgemeinen als verrückt
oder anders wahrnimmt und Geschlechterrollen.

Wer sind deine Vorbilder?
Jean-Paul Goude, Serge Lutens, Irving Penn

Was macht für dich ein gutes Foto aus?
Sobald ein Foto dich innehalten lässt.

Interview: Stephanie Passul











Bilder © Robert G. Bartholot‏

Kommentare:

  1. AH LOVE IT!

    www.aroundlucia.com
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  2. wow this is amazing!
    it's so unique and i've never seen anything like it before :)
    xxx

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  3. Gefällt mir sehr gut, was er da macht.
    Einfach mal anders. :)

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  4. wow!

    jasmin
    http://www.my-berlin-fashion.com/

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  5. nice.. der name wird umgehend gemerkt. vielen dank für's vorstellen.

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